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12.03.12 | Kategorie: Organspende, Herz

Ein zweites Leben dank Spenderherz – seine Zeit war fast schon abgelaufen

Nach der jüngsten Operation wollen seine Beine nicht mehr wie sie sollen. Vorher schon hatte Otto Kutzschbach Probleme mit der Hüfte und dem Rücken. Der 72-Jährige kämpft mit so manchen Beschwerden, doch ein Körperteil arbeitet kraftvoll und ohne Störung – sein transplantiertes Herz. Seit 18 Jahren. Ohne das Spenderorgan würde Otto Kutzschbach schon lange nicht mehr leben. Heute kämpft der Bornhöveder für mehr Aufklärung zum Thema Organspende.


© ap_i - Fotolia.com


„Täglich sterben drei potenzielle Organempfänger, weil es zu wenig Spender gibt“, sagt Kutzschbach. Ihm geht die Neuregelung zur Organspende nicht weit genug. Er glaubt nicht, dass mehr Menschen zu Spendern werden, weil sie künftig Infomaterial von ihren Krankenkassen zugeschickt bekommen. Er plädiert für die Widerspruchslösung, wie sie beispielsweise in Spanien praktiziert wird und bei der jeder Mensch ein potenzieller Organspender ist, bis er sich explizit dagegen ausspricht. Dann könnte vielen der 12 000 auf ein Spenderorgan wartenden Patienten in Deutschland geholfen werden, sagt Kutzschbach. Er selbst kam auf die Warteliste, als sein Herz langsam versagte.

Herzmuskelerkrankung lautete die Diagnose 1988, nachdem der Beamte die drei Stockwerke zu seinem Hamburger Büro nicht mehr schaffte und sich durchchecken ließ. Sein Körper wurde nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt: „Schon nach der ersten Etage war ich total aus der Puste.“ Gerade 49 Jahre alt war Kutzschbach damals, und die Ärzte glaubten noch, das Problem mit Medikamenten in den Griff zu kriegen. Doch es wurde schlimmer. Kaum zwei Jahre später wurde Kutzschbach wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand geschickt. Am 1. April 1990. Das Datum weiß er noch genau; denn der Einschnitt in sein Leben war für Kutzschbach nur schwer zu akzeptieren. Trotz zunehmender Atemlosigkeit verlegte er die Gehwegplatten vor dem neuen Haus in Bornhöved.

So sehr er sich auch sträubte, das „Siechtum“ schritt voran. Der Herzmuskel wurde immer größer, seine Kraft aber immer kleiner. „Zum Schluss hatte ich nur noch zehn Prozent Leistung“, sagt der Pensionär. „Es war eine unschöne Sache, ich kam nicht mal mehr dem Rasenmäher hinterher.“ Die nötigen Pausen wurden immer länger. Inzwischen kannten er und seine Familie zumindest die Ursache für die Herzprobleme: Diabetes. Jahrelang war die Krankheit unerkannt geblieben und hatte sein Herz massiv geschädigt.

Erst während eines Krankenhausaufenthaltes 1993 in Neumünster brachte ein Arzt die Möglichkeit einer Transplantation ins Gespräch. „Mit dem Thema hatte ich mich davor nie beschäftigt“, gesteht Kutzschbach, der heute im Vorstand des kleinen Vereins „Transplantationsbetroffene Schleswig-Holstein“ sitzt. „Ich hatte zwar von Transplantationen gehört, aber ich wäre nicht auf die Idee gekommen, ein Kandidat dafür zu sein.“ Nach Untersuchungen im Uniklinikum Kiel wurde Kutzschbach am 19. Oktober 1993 für eine Organspende bei Eurotransplant in Leiden angemeldet. Mit höchster Dringlichkeit. Ob er sich damals Hoffnungen gemacht hatte? „Ich war wahrscheinlich zu sehr beschäftigt, um große Zukunftsvisionen zu schmieden“, gibt er zu. Inzwischen konnte er nur noch wenige Schritte am Stück gehen.

Doch dann geht alles ganz schnell: „Am Nachmittag des 23. Dezember rief mich eine Ärztin an und fragte, ob ich sitze“, berichtet Kutzschbach, als sei es gestern gewesen. „In meinem Zustand gab es damals keine andere Möglichkeit. Und dann sagte sie: ,Ich hab’ ein Herz für Sie’.“ Noch am gleichen Abend begann die Operation. „Das war ein Weihnachtsgeschenk“, sagt Ehefrau Elfi. „Und das erste, was er uns erzählte als er auf der Intensivstation aufgewacht war, war die Zubereitung des Weihnachtsessens“, schildert sie und lacht. Steak Wellington sollte es geben, der Teig war schon vorbereitet.

Seine bessere körperliche Verfassung habe er sofort nach dem Aufwachen gemerkt, sagt Kutzschbach. Die folgenden Aufbauübungen, Radfahren auf dem Ergometer etwa, seien vor der OP nie möglich gewesen. „Ich hätte schon Schwierigkeiten gehabt, mich überhaupt festzuhalten.“ Keine zwei Wochen später war er schon wieder zu Hause in Bornhöved. Auch an die erste Neuanschaffung kann er sich erinnern: ein Fahrrad. Schon als Kind fuhr er begeistert Rad. Das erste habe er 1949 aus alten Teilen zusammengebastelt. Noch im Januar ’94 folgte die erste Fünf-Kilometer-Tour durchs Dorf. Die erste nach Jahren des Leidens. „Ohne Transplantation wäre ich vielleicht nach weiteren drei Jahren Siechtum gestorben.“ Kutzschbach weiß: „Ich habe Glück gehabt.“

 



 























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Die (Un)sterblichkeit der Menschheit: dem Geheimnis auf der Spur






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Innate Alloimmunity: Part 1: Innate Immunity and Host Defense






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