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20.02.17 | Kategorie: Allgemeines

Neue Diagnostik-Tools sollen langfristigen Transplantationserfolg steigern

Um das langfristige Überleben von Patientinnen und Patienten nach einer Blutstammzell- oder Nierentransplantation zu verbessern, haben sich Forscher des Universitätsklinikums Freiburg mit Kollegen aus Straßburg, Basel, Heidelberg und Mainz in der internationalen Arbeitsgemeinschaft „TRIDIAG – neue Diagnostik-Tools in der Transplantationsmedizin“ zusammengeschlossen. Auf Basis eines neu entdeckten genetischen Merkmals wollen die Wissenschaftler diagnostische Tests entwickeln, mit denen sich die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßungsreaktion besser einschätzen lässt.


© Carolina K Smith MD - Fotolia.com


Das Gesamtprojekt wird im Rahmen des Interreg V Oberrhein Programms durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union (EU) mit 1,2 Millionen Euro gefördert, davon gehen 150.000 Euro nach Freiburg.

Eine Transplantation ist bei vielen Erkrankungen die einzige Möglichkeit zur Heilung. Abstoßungsreaktionen zwischen Spender- und Empfängergewebe sind jedoch häufig und mindern die Überlebenschance sowie die Lebensqualität des Empfängers erheblich.

Damit eine Transplantation erfolgreich ist, müssen bestimmte genetische Merkmale zwischen Spender und Empfänger übereinstimmen. 2016 fanden Forscher der Universität Straßburg ein neues Merkmal, MICA genannt. Tragen Spender und Empfänger unterschiedliche MICA-Varianten, ist das Abstoßungsrisiko bei einer Transplantation fast doppelt so hoch wie bei identischen MICA-Varianten. Die TRIDIAG-Mitglieder wollen diagnostische Tests entwickeln, mit denen diese Genvarianten einfach bestimmt werden können. Dadurch könnten Ärzte die Auswahl von Spendern und Empfängern noch besser aufeinander abstimmen.

Das Freiburger Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Zeiser, Forschungsprofessor an der Klinik für Innere Medizin I (Schwerpunkt: Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation) des Universitätsklinikums Freiburg, und Dr. Petya Apostolova, Assistenzärztin an der Klinik für Innere Medizin I, wird im Rahmen von TRIDIAG insbesondere untersuchen, wie MICA an der Abstoßungsreaktion beteiligt ist. Dazu werden sie unter anderem Blutproben und Darmbiopsien von transplantierten Patienten und von ihren Spendern sammeln und untersuchen, wie die Abstoßung auf molekularer Ebene abläuft. Außerdem werden die Forscher der Frage nachgehen, ob lösliche Formen von MICA vermehrt im Blut von Patienten vorkommen, bei denen eine Abstoßungsreaktion zwischen Spender- und Empfängergewebe stattfindet. „So könnten wir frühzeitig Probleme nach einer Transplantation erkennen und gezielt gegensteuern“, sagt Prof. Zeiser. Der Wissenschaftler wurde erst kürzlich für seine Forschung zu dieser Art von Abstoßungsreaktionen nach Blutstammzell-Transplantationen ausgezeichnet.

Über TRIDIAG

Am Konsortium TRIDIAG sind die Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Seiamak Bahram der Universität Straßburg, Prof. Zeiser und Dr. Apostolova des Universitätsklinikums Freiburg, Prof. Dr. Claudia Lengerke der Universität Basel, Prof. Dr. Canel Süsal des Universitätsklinikums Heidelberg und Prof. Dr. Hansjörg Schild der Johannes Gutenberg-Universität Mainz beteiligt. Die internationale Aufstellung erlaubt es, auf ein breites Patientenkollektiv aus mehreren Transplantationszentren zurückzugreifen und die fachliche Expertise jedes einzelnen Teams gezielt einzusetzen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit in der Wissenschaft zwischen Freiburg, Straßburg und Basel hat zudem bereits eine jahrelange Tradition, unter anderem im Rahmen des European Cancer Center (EuCC), welches vor 25 Jahren gegründet wurde.

 



 




















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