Congresspapers


Transplantation Online

Thema des Monats
Herz
Leber
Lunge
Niere
Pankreas
Gesicht
Darm
Immunologie
Stammzellen
Organspende
Xenotransplantation
Forschung & Labor
Allgemeines
Fallberichte
Suchen in Tx-Online
Archiv

Onlineshop


Zeitschrift


Instructions to authors


Industrieinformationen


Lexikon


Links


Impressum


Newsletter


Kontakt

 

Home Kontakt    
TransplantationTransplantation OnlineNews lesen

04.01.17 | Kategorie: Niere

Nierentransplantation bringt Familienglück

Zärtlich schauen Sara und Kevin Rheinfelder auf ihren kleinen Sohn Linus. „Dass er jetzt da ist, ist ein kleines Wunder“, sagt Sara. Denn eigentlich waren sich die Eltern sicher, dass sie keine eigenen Kinder haben würden: Sara leidet an einer seltenen Nierenerkrankung, ihr stand die Dialyse bevor, eine Schwangerschaft war fast unmöglich. Doch dank einer Transplantation und der sehr engmaschigen Begleitung durch Dr. Gabriele Schott, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin, Nephrologie und Diabetologie an der HELIOS Marien Klinik Duisburg, konnte das Paar neu über die Familiengründung nachdenken – und die Pläne schließlich in Glück bringende Realität umsetzen.


(Bild v.l.): Dr. Katrin Marschner, Chefärztin der Geburtshilfe, Dr. Peter Seiffert, Chefarzt der Kinderklinik, Dr. Gabriele Schott, Chefärztin der Inneren Medizin, Nephrologie und Diabetologie sowie Kevin und Sara Rheinfelder mit dem kleinen Linus)


Es beginnt 2003 mit einem Zufallsbefund: Bei einem Routine-Check-Up zu Beginn ihrer Ausbildung stellen die Ärzte bei der damals 18-jährigen Sara Reinfelder einen zu hohen Eiweißwert im Urin fest. Nach weiteren Untersuchungen findet Dr. Gabriele Schott, heute Chefärztin der Inneren Medizin und Nephrologie an der HELIOS Marien Klinik Duisburg schließlich die Ursache und muss ihrer Patientin die folgenschwere Diagnose übermitteln: Fokal segmentale Sklerose der Nieren. „Hinter dem komplizierten Namen verbirgt sich eine Erkrankung der Filtereinheiten in der Niere, die langfristig mit einer Vernarbung des Gewebes und leider keiner guten Prognose für die Funktionserhaltung des Organs einhergeht“, erläutert Dr. Schott. Zunächst beginnt Sara mit einer medikamentösen Therapie. Die Immunsuppressiva sollen den Nierenzerfall verlangsamen, dadurch schwinden jedoch auch ihre Abwehrkräfte. Die junge Frau verbringt viel Zeit in Krankenhäusern. „Ich bekam Cortison-Präparate, unter deren Nebenwirkungen ich litt – als 18-Jährige stellt man sich sein Leben anders vor“, sagt sie rückblickend. Dennoch lässt sie sich nicht entmutigen, beendet die Ausbildung zur Erzieherin. Im Alter von 24  Jahren steht sie kurz vor der Bauchfelldialyse, einem Nierenersatzverfahren, das Betroffene zuhause selbst durchführen können. Gemeinsam mit ihrem heutigen Mann Kevin zieht sie deshalb extra in eine größere Wohnung. Was bei anderen Paaren das Kinderzimmer hätte sein können, wäre bei ihnen ein Dialysezimmer geworden, so Sara. „Über ein eigenes Kind dachten wir gar nicht nach. Durch die Medikamente hätte es zu Missbildungen beim Baby kommen können. Und die Dialyse bringt den Zyklus so durcheinander, dass ich kaum schwanger hätte werden können.“

Doch zur Dialyse kommt es nicht: Mehrere Personen aus Saras Umfeld lassen sich testen, ob sie als Nieren-Spender in Frage kämen – auch Kevin. Die beiden wissen bis heute nicht, wie sie es bezeichnen sollen: als pures Glück, Fügung oder Schicksal. „Egal was es war, Kevin kam als Spender in Frage und er hat nicht einen Moment mit der Wimper gezuckt, sondern sofort gesagt: ‚Ich mach’s!‘“, erzählt Sara. Die beiden lassen unzählige Gesundheitschecks, eine psychologische Betreuung und Aussagen vor einer Ethikkommission im Krankenhaus über sich ergehen. Im Mai 2010 ist es dann soweit. Ärzte im Transplantationszentrum Düsseldorf entnehmen Kevin eine Niere und setzen sie in Saras Körper ein. Obwohl der Eingriff für beide gut verläuft, ist das erste Jahr danach eines der härtesten: Das Risiko der Organabstoßung ist allgegenwärtig, es folgen eine Thrombose, verschiedene Infekte, sogar eine Blutvergiftung.  
 
Für Sara Rheinfelder ist der erste Jahrestag der Transplantation eine Art zweiter Geburtstag. Die neue Niere weckt wieder den Wunsch, doch eine eigene Familie zu gründen. Die junge Frau spricht darüber mit Dr. Gabriele Schott. Die Chefärztin verspricht ihr, sie auch auf diesem Weg zu unterstützen. Zunächst lässt sie die Medikamente, die Sara einnimmt, von einem pharmakologischen Institut überprüfen, um herauszufinden, welche Wirkstoffe ein Ungeborenes gefährden könnten. „Daraufhin haben wir die Medikation umgestellt. Damit waren aber nicht automatisch alle Risiken gebannt. Uns war klar, dass es eine Hochrisikoschwangerschaft sein würde“, hält Dr. Schott rückblickend fest. Doch als Sara letztlich wirklich ein Baby erwartet, ist die Freude überwältigend. Und es läuft gut: „Ich hatte keinerlei Beschwerden, die mich irgendwie einschränkten“, sagt die 31-Jährige. Dennoch überweist Dr. Schott ihre Patientin an Dr. Katrin Marschner, Chefärztin der Geburtshilfe an der HELIOS St. Johannes Klinik in Duisburg-Hamborn und Expertin für Risikoschwangerschaften, damit im angeschlossenen Perinatalzentrum Level 1 der Klinik eine umfassende vorgeburtliche Diagnostik stattfinden kann. Die beiden Medizinerinnen überwachen die werdende Mutter anschließend gemeinsam mit der niedergelassenen Gynäkologin, im letzten Trimester kommt Sara sogar wöchentlich in die Klinik.
Eigentlich soll Linus auf natürlichem Wege das Licht der Welt erblicken. „Eine Spontangeburt ist schonender für die Niere. Ein Kaiserschnitt bringt durch die Wunde immer auch ein gewisses Infektionsrisiko mit sich“, erklärt Dr. Gabriele Schott. Aber der kleine Linus durchkreuzt die Pläne: Er lässt sich Zeit und verpasst den errechneten Geburtstermin um mehrere Tage, so dass es schließlich doch ein Kaiserschnitt sein muss.
 
Das ganze OP-Team geht sensibel auf die besonderen Umstände der Geburt ein. Auch die Mediziner der Kinderklinik stehen für den Ernstfall bereit. „Man muss wissen, dass bei einer Nierentransplantation das Organ nicht ausgetauscht, sondern die neue Niere zusätzlich in den unteren Bauchraum eingesetzt wird. Es war also besonders wichtig, den Kaiserschnitt an der richtigen Stelle zu setzen“, betont Dr. Katrin Marschner. Die Ärzte lokalisieren die Niere daher vorab exakt und markieren die Position des Organs auf Saras Bauch. Und endlich ist er da: Der Moment, in dem Sara und Kevin zum ersten Mal einen Blick auf ihren neugeborenen Sohn werfen. „Es ist unbeschreiblich, welche Gefühle man für einen Menschen haben kann, den man vorher noch nie gesehen hat“, versucht Sara es in Worte zu fassen. Doch Linus hält die Familie und die Ärzte noch weiter in Atem: Gleich nach der Geburt kann er seine Körpertemperatur nicht halten und muss auf die Neugeborenen-Intensivstation der Klinik. Sara hingegen bekommt plötzlich Atemnot. Das Zusammenspiel zwischen Herz und Niere ist nach der Entbindung aus dem Takt geraten. Ihr Ehemann Kevin eilt für kurze Zeit zwischen den beiden Intensivpflegestationen der Klinik hin und her. Doch die Situation entspannt sich, Mutter und Kind geht es schnell besser und die Rheinfelders können schließlich nach Hause. „Jetzt genießen wir unsere Zeit zu dritt in vollen Zügen. Am liebsten würden wir ununterbrochen kuscheln“, sagt Kevin.

Das gesamte Behandlungsteam freut sich für Sara, Kevin und Linus - insbesondere Dr. Gabriele Schott, die Sara inzwischen seit über 13 Jahren begleitet. „Wir versuchen stets, für unsere chronischen Nieren-Patienten eine individuelle Lösung für jede veränderte Lebenssituation zu finden. Geschichten wie die der Rheinfelders sind dabei ein guter Ansporn“, so die Medizinerin. Die Familie ist ihr für ihre Unterstützung in allen Lebenslagen unendlich dankbar, sagt Sara. „Ohne sie hätten wir das alles nicht geschafft.“

K.G.
www.helios-kliniken.de/duisburg

 



 























F. Ambagtsheer, W. Weimar (Eds.)
The EULOD Project Living Organ Donation in Europe






G. Randhawa & S. Schicktanz (Eds.)
Public Engagement in Organ Donation and Transplantation






Akademie Niere (Hrsg.)
VI. Intensivkurs Nieren- und Hochdruckkrankheiten der Akademie Niere






B. Braam, K. Jindal, .J. Dorhout Mees
Hypertension and Cardiovascular Aspects of Dialysis Treatment






W.G. Land
Die (Un)sterblichkeit der Menschheit: dem Geheimnis auf der Spur






W.G. Land
Innate Alloimmunity: Part 1: Innate Immunity and Host Defense






W.G. Land
Innate Alloimmunity: Part 2: Innate Immunity and Allograft Rejection






G. Seyffart

Seyffart's Directory of Drug Dosage in Kidney Disease






W. Weimar, M. A. Bos, J. J. V. Busschbach (Eds.)

Organ Transplantation: Ethical, Legal and Psychosocial Aspects. Expanding the European Platform






Für den AKTX (Hrsg.): E. Homburg, P. Hecker

Transplantationspflege






Hanna Fleps, Martina Oebels, Maja Becker-Mohr (Hrsg.)

Absender? Unbekannt! Ratgeber und Geschichten von Kindern mit einem Spenderherz






Weimar, W., Bos, M. A., Busschbach, J. J. (Eds)

Organ Transplantation: Ethical, Legal and Psychosocial Aspects. Towards a Common European Policy






R. B. Brauer, M. Stangl, U. Heemann

Eine neue Niere ist wie ein neues Leben






A. und B. Markus

Der Weg in ein neues Leben - Die Lebertransplantation






B. M. Meiser, P. Überfuhr, R. B. Brauer, B. Reichart

Ein neues Herz ist wie ein neues Leben






Rudolf J. Tschaut

Extrakorporale Zirkulation in Theorie und Praxis






T. Gutmann, A. S. Daar, R. A. Sells, W. Land (Eds.)

Ethical, Legal, and Social Issues in Organ Transplantation






F. W. Albert, W. Land, E. Zwierlein (Hrsg.)

Transplantationsmedizin und Ethik - Auf dem Weg zu einem gesellschaftlichen Konsens


 

Copyright (C) 2003-2015 Pabst Science Publishers